Mediendatenbank

Plöger, Klaus

Signatur

S 100 / 180

Datierung

9. November 2016

Name/ Fotograf/ Druckerei/ Seite

Barbara Günther (Interviewerin), Stefan Watzlawzik (Interviewer), Klaus Plöger (Interviewter)

Fototyp/ Umfang/ Maßstab

36 Seiten

Format/Band

Textdatei

Im Findbuch anzeigen Original öffnen

Wissen Sie mehr über diese Archivale? Dann teilen Sie Ihr Wissen gerne mit uns. Wir stellen es dann so schnell wie möglich allen zur Verfügung.

Wissen teilen

Enthält/Darin

Basierend auf S 100/176. Sprachlich überarbeitete zweite Version der von Klaus Plöger überarbeiteten Transkription ihres Zeitzeugeninterviews vom 09.11.2016 Klaus Plöger war Stormarner Landrat von 1998 bis 2016. Klaus Plöger schildert seine Kindheit und Jugend in Hamburg in einer politisch interessierten Arbeiterfamilie mit sozialdemokratischem Hintergrund. Sehr an Fußball und Sport interessiert, machte Herr Plöger am Matthias-Claudius-Gymnasium in Wandsbek sein Abitur und verweigerte danach den Wehrdienst in der Bundeswehr. Bereits während seines Studiums der Mathematik und Politik an der Universität Hamburg hatte er einen Lehrauftrag und verfolgte die Strategie des eigenständigen Unterrichtens auch während seines Referendariats. Nach einer kurzen Zeit als Lehrer an der Otto-Hahn-Gesamtschule wechselte Herr Plöger an ein kleineres Gymnasium in Winterhude. In der GEW Hamburg war er lange Jahre im Landesvorstand. Herr Plöger berichtet über seine politische Karriere in der SPD, in die er 1968 eingetreten war. Nach dem Kauf eines Reihenhauses in Barsbüttel engagierte er sich ab 1982 in der Gemeindevertretung. In dem CDU-dominierten Barsbüttel wurde er Fraktionsvorsitzender der SPD. Als Marliese Alfken in die Landespolitik wechselte, kam er in direkter Wahl 1990 in die Kreispolitik und übernahm 1992 den Fraktionsvorsitz und wurde später Mitglied im Kreisausschuss. Herr Plöger beschreibt die Umstrukturierung der Fraktion durch eine klare Tagesordnung und feste Spielregeln. Er schildert seine Zeit als Erster Kreisrat bzw. Stellvertreter von Landrat Hans Jürgen Wildberg, die erste Direktwahl eines Landrates in Schleswig-Holstein 1998 mit ihm. Er geht noch einmal auf die Gemeindepolitik und seine Ausschussarbeit sowohl in der Gemeinde als auch im Kreis ein. Seine Arbeit als Landrat beschreibt Herr Plöger als Erfolgsgeschichte Stormarns mit den Schwerpunkten Haushalt und Finanzen. Er geht auf das Stormarner Modell und die sogenannte Körbchenrunde ein. Weitere Themen sind die Wahlkämpfe zum Landrat 1998 und 2003 sowie die Aussetzung der Direktwahl 2008. Außerdem kommt die Umstrukturierung der Kreisverwaltung mit Personalentscheidungen insbesondere auf der Führungsebene, mit Stelleneinsparungen und mit den Auszubildenden, seinem Kindergarten, zur Sprache. Herr Plöger skizziert sein Verhältnis zu anderen Landratskollegen, seine Vorliebe für legere Kleidung und gute Krawatten, seine Authentizität. Er hat sich als überparteilichen Landrat gesehen, der nicht auf Kumpanei stand und Mitarbeiter grundsätzlich nicht duzte, dafür aber mit seiner Bürgersprechstunde für alle Stormarner ansprechbar sein wollte. Als positive Entwicklungen seiner Amtszeit schildert Herr Plöger die Haushaltssanierung, die gute Aufstellung der Sparkasse, den guten Umgang von Politik und Verwaltung, die Modernisierung der Verwaltung, die Senkung der Kreisumlage, die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft mit Schaffung neuer Gewerbegebiete und Arbeitsplätze, den Ausbau der Feuerwehrzentrale und des ÖPNVs. Zwar hätte er sich noch einen weiteren Ausbau der Infrastruktur gewünscht und es gäbe noch an weiteren Stellen Handlungsbedarf wie beispielsweise bei der kreisübergreifenden Leitstelle. Im Bereich Kultur hebt Herr Plöger die Schlösser Ahrensburg und Reinbek hervor, hätte sich aber auch zusätzlich die Umsetzung eines Kreismuseums für moderne Kunst gewünscht. Als negativ betrachtet er die Betrügereien einer Kreismitarbeiterin. Des Weiteren geht er auf die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises und auf Frauen in Führungspositionen ein. Herr Plöger befürwortet den Erhalt von Kreisen in der Zukunft. Er geht auf die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn ein mit dem Ankauf von Kunstwerken, der Förderung kleiner Museen, aber auch ihren Schwerpunkten Ahrensburg, Marstall und Trittau, die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse, die Bürgerstiftung, die Sozialstiftung und die Stiftung des Jugendgästehauses Lütjensee. Er streift kurz das anstehende Kreisjubiläum 2017. Außerdem skizziert er die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Kreispräsidenten während seiner Amtszeit. Für seine persönliche Zukunft verneint Herr Plöger ein politisches Amt. Er spricht seine neu gegründete Beraterfirma ebenso an wie seine Absicht, mit den Kultur- und Kunstschaffenden in Stormarn etwas Eigenes auf die Beine zu stellen.